Wols

„Météore“ ist ein ungewöhnliches, nahezu unbekanntes Frühwerk von Wols, dem späteren Vertreter des Informel beziehungsweise Tachismus. Es entstand 1932, als sich der 19-jährige Autodidakt Wols verstärkt der Kunst zuwendet und nach Paris zieht, wo er zunächst als Fotograf tätig ist. Das kleinformatige Gemälde ist in lasierender Malweise gemalt. Vor einem feinstufig abgestimmten, transparent wirkenden Hintergrund findet sich ein stark bewegtes amorphes Gebilde, in das eine dunkle Kugel mit Leuchtschweif eindringt. Es stellt eine Erscheinung dar, wie sie beim Eintreten eines Meteoriten in die Erdatmosphäre entsteht. Dieses Phänomen verleiht dem Bild auch seinen Titel „Météore“.

Eine stilistische Einordnung dieses Frühwerks ist kaum zu leisten, da Malerei aus diesem Jahr bislang nicht bekannt ist. Wols’ fotografische Arbeiten der Zeit hingegen zeigen klare Einflüsse des Surrealismus, der im Paris der 1920er Jahre seinen Höhepunkt und bei Wols’ Ankunft in der Stadt noch deutliche Nachwirkungen hatte. So ist auch bei seinen ersten Gemälden von surrealistischen Suggestionen auszugehen. „Météore“ wirkt in Malweise und Formgebung sehr verwandt mit Mirós Arbeiten der 1920er Jahre. Auch in Wols’ Aquarellen und Gemälden der späteren 1930er Jahre sind verstärkt Anklänge an die biomorphen Formen der fantastischen Bilderfindungen des Surrealismus zu finden.

Audioguide Wols Meteore:

 

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