Am Donnerstag, 26.03.2026 (18:00 bis 19:30 Uhr), findet Jump in Art im Rahmen der neuen Ausstellung „Markéta Othová, Michael Bielický und Kamila B. Richter – The world through lenses, in pixels and digital fluidity“ statt. Der Titel der Ausstellung – „Die Welt durch Linsen, in Pixeln und digitaler Fluidität“ – verweist auf komplexe Zusammenhänge zwischen verschiedenen Bildrealitäten und Representationsräumen in den Werken der drei Künstler*Innen. Der kommende Jump in Art zum Thema „Die Welt im Fluss der Bilder. Zwischen Muster, Fragment und Verfremdung in der Kunst von Markéta Othová, Michael Bielický und Kamila B. Richter“ ist der Flut der Bilder und Informationen gewidmet, die zugleich unsere Vorstellung dessen, was real, imaginiert oder verzerrt ist, herausfordert.
Die international anerkannte Fotografin Markéta Othová arbeitete zunächst mit großformatigen Schwarz-Weiß-Serien, die scheinbar unspektakuläre Alltagsmomente zeigten. In den neueren Serien der farbigen Fotografien verzichten ihre Arbeiten bewusst auf eine klare Geschichte und erzeugen stattdessen eine „innere Zeit“, die sich erst in der Vorstellungswelt der Betrachtenden entfaltet. In der aktuellen Ausstellung greift sie Stoffmuster auf, die an industrielle Produktion und zugleich an textile Traditionen der Mutter- und Großmuttergeneration erinnern. In diesen scheinbar einfachen Motiven verbindet sie Erinnerung, kulturelle Geschichte und individuell erlebte Zeit und spielt zugleich mit der Wahrnehmung der Betrachtenden.
Kamila B. Richter untersucht die Bilderwelt der digitalen Gegenwart an der Schnittstelle von Malerei, Daten und interaktiven Medien. Ihre Arbeiten greifen technische Bildstörungen, Datenströme und niedrige Auflösungen auf – Phänomene, die längst Teil unseres visuellen Empfindens sind. Besonders bekannt sind ihre Ölgemälde, die auf unscharfen, verwackelten Fotos alter Handykameras basieren. In aufwändigen Schichtungen übersetzt sie die Ästhetik digitaler Fehlbilder in die langsame, traditionelle Kunst der Ölmalerei. Was wie ein technischer Makel begann, wird so zu ästhetischem Prinzip. Richter zeigt, dass Verzerrung oder scheinbar „Falsches“ nicht zwangsläufig die Realität verzerrt, sondern im Gegenteil ein genaues Abbild derselben sein kann. Ihre Bilder bewegen sich zwischen fotografischer Wirklichkeit und malerischer Imagination und hinterfragen, was Wahrheit im Bild bedeutet.
Über einen Zeitraum von fast vierzig Jahren hat der tschechisch-deutsche Medienkünstler Michael Bielický innovative Arbeiten in den Bereichen Fotografie, Video und netzbasierter Installation geschaffen. Er ist einer der prägenden Pioniere der europäischen Medienkunst und beschäftigt sich seit den 1980er Jahren mit den Möglichkeiten elektronischer und digitaler Technologien in der Kunst. Seine Werke greifen zugleich weit in die Mediengeschichte zurück – bis hin zu den Praktiken mittelalterlicher Kabbalisten. Sie sind zugleich Sprachcodes, die versteckte Botschaften enthalten und können sowohl intuitiv als auch konkret entziffert werden. In seinem vielschichtigen Werk setzt sich Michael Bielický mit dem technologischen Wandel sowie dessen gesellschaftlichen, philosophischen und politischen Auswirkungen auseinander.
Suzana Leu-Puggioni, M. A. und Marlene Reiche M.A. (wissenschaftliche Volontärin) sprechen an diesem Abend darüber, wie künstlerische Arbeiten durch gezielte Irritationen der Wahrnehmung – etwa mittels Wiederholung, Fragmentierung, Unschärfe und Datenfluss – unsere gewohnten Seh- und Deutungsmuster hinterfragen. Dabei knüpfen sie an eine lange Kunstgeschichte an, in der Bilder immer wieder sich selbst reflektieren und die Bedingungen des Sehens zur Diskussion stellen.
Abgerundet wird der Abend durch kulinarische Überraschungen von Gottschalk Catering sowie Riesling vom Weingut Matthias Müller. Kosten inkl. Apéro und Stuzzichini: 24,00 Euro. Es wird um eine telefonische Anmeldung (Kasse Ludwig Museum: 0261-129 2406) bzw. schriftliche Anmeldung (kasse.ludwig-museum@stadt.koblenz.de) bis Sonntag, den 22.03.2026, gebeten.
