Veranstaltung

Deep Diving. Highlights der Sammlung – „Nam Tchun-Mo. Wenn Linien Raum werden“, 02.04.2026

02.04.2026 , 16:00

„Deep Diving. Hightlights der Sammlung“ präsentiert im Rahmen einer vertieften Kunstbetrachtung ausgewählte Kunstwerke, Techniken oder Themen und erläutert diese anhand biografischer, kunsthistorischer und sozialphilosophischer Informationen.

Thema: „Nam Tchun-Mo. Wenn Linien Raum werden“

Der südkoreanische Künstler Nam Tchun-Mo (1961 in Daegu geboren) entwickelt seit über dreißig Jahren Werke, die sich um ein zentrales Element drehen: die Linie. Anhand zweier Arbeiten aus der Sammlung des Ludwig Museums („Strokes 1803“, 2018, Akryl auf Leinwand und „Spring-Beam“, 2019, Mixed Media) lässt sich nachvollziehen, wie sich diese Linie von einer einfachen malerischen Geste zu einer räumlichen Struktur entwickelt.

Nam Tchun-Mo gehört zu einer jüngeren Generation südkoreanischer Künstler, die aus der Tradition der Dansaekhwa-Bewegung hervorgegangen sind. Diese Kunstrichtung, geprägt von minimalistischer und oft monochromer Malerei, suchte bewusst Abstand zur westlichen Kunst und setzte auf Reduktion, Wiederholung und meditative Ausdruckskraft. In diesem Geist entwickelt Nam Tchun-Mo seine eigene künstlerische Sprache, die sich konsequent auf die Linie konzentriert. Seine Arbeiten reichen von Zeichnungen bis hin zu reliefartigen Bildern und skulpturalen Objekten. Dabei versteht er die Linie nicht nur als flaches Element, sondern als etwas Räumliches und Körperhaftes. Durch Wiederholung und Variation entstehen lebendige Strukturen, die zwischen Ordnung und Bewegung changieren. Charakteristisch ist zudem die haptische Qualität seiner Werke: Er bearbeitet Stoffe, härtet sie mit Polyester und schafft so reliefartige Oberflächen mit Höhen und Tiefen. Diese können monochrom gehalten oder farblich akzentuiert sein und sprechen mehrere Sinne zugleich an. Aus der Fläche heraus entwickelt er zunehmend auch dreidimensionale Objekte im Raum. So verbindet Nam Tchun-Mo minimalistische Strenge mit sinnlicher Wirkung. Seine Kunst vereint Ruhe und Lebendigkeit und führt die Ideen der Dansaekhwa-Bewegung in eine neue, eigenständige Ausdrucksform weiter.

Die Linien laden dazu ein, aktiv zu entdecken, wie aus einer simplen Geste eine ganze Landschaft im Raum entsteht, während ihre gestische Qualität an die Tradition ostasiatischer Kalligraphie erinnert. So wird das Betrachten zu einem poetischen, fast meditativen Erlebnis, das auch für Einsteiger in die zeitgenössische Kunst unmittelbar faszinierend ist.

Mit Suzana Leu-Puggioni, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Datum: Donnerstag, 02.04.26, 16-17 Uhr.
Kosten: 3 € zzgl. Eintrittspreis.

Es wird um eine Voranmeldung gebeten bis zum 01.04.26 um 12 Uhr per E-Mail an kasse.ludwig-museum@stadt.koblenz.de oder telefonisch unter Tel. 0261 129 2406.

 

Nam Tchun Mo: "Strokes 1803", 2018, Akryl auf Leinwand, 210 x 160 cm, Sammlung Ludwig Koblenz, Inv. Nr. LM 2019/46. Ansicht während der Ausstellung "Nam Tschun Mo. Gesture in Space" (2019) im Ludwig Museum Koblenz © Courtesy of the artist. Foto: Ludwig Museum Koblenz
Nam Tchun Mo: „Strokes 1803“, 2018, Akryl auf Leinwand, 210 x 160 cm, Sammlung Ludwig Koblenz, Inv. Nr. LM 2019/46. Ansicht während der Ausstellung „Nam Tschun Mo. Gesture in Space“ (2019) im Ludwig Museum Koblenz © Courtesy of the artist. Foto: Ludwig Museum Koblenz

 

Nam Tchun Mo: "Spring-Beam", 2019, Mixed Media ( Kunstharz, Leinwand, Ölfarbe), 210 x 184 x 16 cm, Sammlung Ludwig Koblenz, Inv. Nr. LM 2019/45. © Courtesy of the artist. Foto: Ludwig Museum Koblenz
Nam Tchun Mo: „Spring-Beam“, 2019, Mixed Media ( Kunstharz, Leinwand, Ölfarbe), 210 x 184 x 16 cm, Sammlung Ludwig Koblenz, Inv. Nr. LM 2019/45. © Courtesy of the artist. Foto: Ludwig Museum Koblenz
Nam Tchun Mo: „Strokes 1803“, 2018, Akryl auf Leinwand, 210 x 160 cm, Sammlung Ludwig Koblenz, Inv. Nr. LM 2019/46. Ansicht während der Ausstellung „Nam Tschun Mo. Gesture in Space“ (2019) im Ludwig Museum Koblenz © Courtesy of the artist. Foto: Ludwig Museum Koblenz

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