Kommende Ausstellung
Markettá Othová, Michael Biliecky und Kamila B. Richter – The world through lenses, in pixels and digital fluidity
01.03.2026 – 24.05.2026
Auch mit seiner zweiten Ausstellung richtet das Ludwig Museum den Blick erneut auf die Kunstszene der benachbarten Tschechischen Republik und widmet sich dabei sowohl zeitgenössischen fotografischen Positionen als auch der Frage, inwiefern Bildinformationen im Zeitalter der Digitalität zu hinterfragen sind und wie sehr sie einer ständigen Veränderbarkeit unterliegen.
Mit Marketá Othová präsentiert das Ludwig Museum erstmals eine Künstlerin in einem Museum in Deutschland, die in der Tschechischen Republik für ihre ebenso lakonische wie sensible Sicht auf die Dinge des Alltags überaus bekannt ist. Ihre Arbeiten sind meist auf Schwarz-Weiß reduziert. Die Tradition der tschechischen Fotografie fortschreibend, verbindet Othová lyrische wie konzeptuelle Ansätze zu einer Bildsprache, die die Möglichkeiten des eigenen Mediums fragend nachspürt. Markéta Othová verglich ihre Aufnahmen einmal mit Worten, die im Zusammenspiel Sätze bilden. Für sie ist das Arrangement der Werke zentraler Bestandteil der künstlerischen Praxis.
In den Gemälden von Kamila B. Richter sowie in den digitalen Arbeiten von Michael Bielický dreht sich alles um die Frage nach der Bildrealität. Während Kamala B. Richter noch klassisch in Ölmalerei malt, nimmt sie die verpixelten, „gestörten“ Fotografien von Mobiltelefonen, Bildschirmen oder Bildschirmscreens ausschließlich als Ausgangspunkt. Erst bei längerem Hinsehen fügen sich die Motive fragmentarisch wieder zusammen. Im Fokus ihres Interesses steht die medialisierte Wirklichkeit von heute, das Maschinensehen – die Darstellung dessen, was das menschliche Auge verborgen bleibt. Für Richter wird das limitierte Phasenbild unscharfer Videos so zum eigentlichen Abbild von Realität. Diese verfremdete, medialisierte Realität als Bildinhalt und die altmeisterliche Technik der Ölmalerei, in der sie ihre Werke in wochenlanger Schichtungs-Arbeit umsetzt, machen die Spannungsverhältnisse der heutigen visuellen Kultur sichtbar und erfahrbar. Mit ihrem Partner Michael Bielický wendet sie sich zuweilen auch ganz der Digitalwelt zu.
Bielický, der seit 1969 in Deutschland lebt und Bildende Kunst an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Nam June Paik absolvierte, gründete 1991 das erste New Media Studio an der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst am ZKM in Karlsruhe inne. Bielický ist einer der ersten Künstler, der sich im europäischen und tschechischen Umfeld mit elektronischen und digitalen Technologien beschäftigt hat. Seine Arbeiten befassen sich überwiegend mit Themen und Werkzeugen der Kommunikation, Navigation sowie mit Video- und VR-Technologien und in den letzten Jahren auch mit webbasierten Informationen im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten entstanden oft in Zusammenarbeit mit dem ZKM in Karlsruhe und wurden auf dem Ars Electronica Festival sowie in Kunstmuseen wie dem Centre Pompidou in Paris und dem MoMA in New York präsentiert. Für das Ludwig Museum wird er eine neue Arbeit präsentieren.
Beide Ausstellungen werden weitreichend gefördert durch die Zdenek Sklenar Foundation, Prag.
Michael Bielicky & Kamila B. Richter: DATA STEEL. Colours of Ostrava. Data driven Installation, 2015, produced by Gallery Sklenar
