Ausstellungen

Kader Attia. Architektur der Erinnerung

01.11.2017 bis 21.01.2018

Der algerisch-französische Künstler Kader Attia (geb. 1970 in Dugny, Département Seine-St-Denis, nahe Paris) ist ein besonderer und radikaler Künstler, dessen auf tiefgreifenden ethnologischen, soziologischen und philosophischen Recherchen basierende Werke, eine große ästhetische Kraft und einen hohen ethischen Anspruch besitzen.

Mit seiner Rauminstallation „The Repair from Occident to Extra-Occidental Cultures“, die 2012 auf der documenta 13 gezeigt wurde und große internationale Aufmerksamkeit erzeugte, widmete sich Attia zum ersten Mal einem für ihn seither zentralen Thema. Geschichte und kultureller Fortschritt werde darin als eine endlose Abfolge von Reparaturen begriffen. Ob er die geflickten Artefakte nicht-westlicher Kulturen oder die westlich-moderne Vorstellung von Reparatur als Erschaffung eines Ideals der Perfektion vorführt – Kader Attia gibt den fortlaufenden Prozess von Verletzung und Reparatur als universelles menschliches Prinzip wieder.

Die öffentliche Plattform des Museums versteht Attia dabei als Forum politischer Verantwortung. Ein zentraler Topos ist der Einfluss des Kolonialismus auf westliche und nicht westliche Kulturen und die durch ihn bedingten Prozesse von kultureller und materieller Enteignung und Wiederaneignung (reappropriation). Bei seinen sowohl emotionalen als auch intellektuellen künstlerischen Parforceritten verbindet Attia auf einzigartige Weise Anspruch mit Wirkung, Ethik mit Ästhetik. Er gilt damit als einer der wichtigsten Künstler unserer Gegenwart.

Das Ludwig Museum präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Künstler eine Reihe ausgesuchter Arbeiten. Gefördert von der "Peter und Irene Ludwig Stiftung".

 

 

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