Künstler

Milan Grygar

Milan Grygar (geboren 1926) begeisterte seit den 1960er Jahren als einer der wichtigsten Künstler der Ostblockstaaten die Kunstwelt. Dabei geht es ihm bereits ab 1964 um die Integration von Zufall, von Alltags- und mechanischen Geräuschen innerhalb seines zeichnerischen Werkes, wodurch er die Grenzen von bildender Kunst und Musik überschreitet und umspielt. Bei reduzierter Farbgebung ist der Klang essentieller Bestandteil seiner Bilder, Aquarelle und gezeichneten Partituren. Die Aufnahme des eigentlichen Entstehungsprozesses und seiner Begleitgeräusche und anderer alltäglicher Umgebungsgeräusche auf Tonband ergab die sogenannten "akustischen Zeichnungen". Bei der Vorführung vor Publikum wurden sie zu "lebendigen Zeichnungen". Auf Photostrecken, die diese Happenings dokumentieren, lässt sich die Prozessualität der akustischen und lebendigen Zeichnungen besonders gut nachvollziehen. Der vierzehn Jahre ältere US-amerikanische Komponist, Maler und Dichter John Cage (1912 – 1992) gilt als Erfinder des Happenings und Pate der Fluxus-Bewegung. Das erste Happening "Untitled Event" mit Merce Cunningham, Robert Rauschenberg und David Tudor sowie die ‚stille' Komposition "4 minutes 33 seconds" (4' 33") begründeten 1952 Cages Ruhm als Avantgarde-Komponist. Seine Werke speisten sich seit den 1950er Jahren aus der asiatischen Philosophie und seinen Vorstellungen von Zufall, Stille und Autonomie. Begegnungen und Freundschaften mit Dada-Künstlern wie Marcel Duchamp und jungen amerikanischen Künstlern wie Rauschenberg oder Warhol inspirierten Cage Ende der 1960er zu eigener Malerei und grafischen Serien. Wie seine Kompositionen demonstrieren sie Cages hochkomplexe künstlerische Methode der Zufallsoperationen auf der Grundlage des altchinesischen I Ging.