Konzeption

Das Ludwig Museum wurde bereits durch die Gründungskommission als zeitgenössisches Museum konzipiert. Dabei bildeten aktuelle Positionen der französischen, amerikanischen und deutschen Kunst nach 1945, die von Peter und Irene Ludwig dem Museum anlässlich seiner Gründung 1992 überlassen wurden, den Grundkern der Sammlung. Neben Pablo Picasso, Max Ernst und Man Ray finden sich u.a. Werke von Jasper Jones, Willem de Kooning, Robert Rauschenberg, Christian Boltanski, Daniel Buren, Jean Dubuffet, Martial Raysse, Jean Tinguely, François Morellet, Patrick Raynaud oder Bernar Venet im Bestand. Kontinuierliche Erweiterungen der Sammlung, unter anderem auch durch Schenkungen, bereichern diesen Sammlungsbestand.

Blick in die Sammlung Ludwig. Im Vordergrund: Anne und Patrick Poirier "Die Geburt des Pegasus", 1988. Foto: Nina Herriegel

 

Die Besucher haben die Möglichkeit, die Vielfalt der ca. 300 Objekte umfassenden Sammlung in gelegentlichen Wechsel der Dauerpräsentation kennenzulernen. Klassiker aus den Gruppen „Nouveaux Réalistes“, „Fluxus“, „Concept Art“ sowie „Support/ Surface“ gehören neben den Vertretern der amerikanischen Pop Art zu den beliebtesten Objekten der ständigen Sammlung. Für die Entwicklung der aktuellen Kunstszene in Frankreich waren sie Wegbereiter. Dabei gibt es Vieles zu entdecken: Vertrautes, das in ungewohnten Kontexten anders erscheint und daher überrascht, und Neues - die jüngsten Positionen der internationalen Kunstszene -, zugänglich gemacht. Durch die fünf Wechselausstellungen sowie Interventionen in der Sammlung werden die unterschiedlichsten Facetten der Sammlung akzentuiert oder durch internationale Kooperationen neue Sichtweisen und Positionen für die Besucher aufbereitet. 

 

Blick in die Sammlung Ludwig. Im Vordergrund: Andy Warhol "Porträt Peter Ludwig", 1980, Acryl auf Leinwand und Jean Dubuffet "La flamme de bougie", 1968. Foto: Bogdan Harstall

 

Der Blick nach Frankreich

Die Ausrichtung des Museums auf französische Kunst des 20. Jahrhunderts, vornehmlich die Entwicklungen nach 1945 bis hin zu aktuellen Positionen, ist in Deutschland einmalig. Die Sammlung Ludwig und wechselnde Ausstellungen beleben sich durch einen gegenseitig fruchtbaren Dialog, der Bezüge schafft und erweitert.

Das Ludwig Museum arbeitet nicht nur eng mit zahlreichen Institutionen und Museen in Frankreich zusammen, häufig mit Unterstützung der Französischen Botschaft und der Association Française d'Action Artistique (AFAA), sondern pflegt ebenso enge Verbindungen zu amerikanischen Künstlern und Institutionen, nach Südeuropa, aber auch zum Vorderen Orient, den Vereinigten Emiraten und nach China. Dabei lautet die Intention, völkerübergreifend relevante Positionen der Kunst zu zeigen und zu fördern. Es gilt dabei nicht nur Altbekanntes und Etabliertes zu präsentieren, sondern auch unbekannte Positionen von hoher Qualität neu vorzustellen. Das Museum setzt sich dabei gerne das Ziel, gelegentlich Vorreiter und Vordenker im Dialog der deutschen Museumslandschaft zu sein. 


Thematische Schwerpunkte und künstlerische Fragestellungen

Vielstimmigkeit und Gegensätzlichkeit prägen das Spektrum der Sammlung im Ludwig Museum. Sie zeigt sinnlich-malerische, historisch-reflektierte bis hin zu geradezu expressiven künstlerischen Haltungen, die mit intellektuell-literarisch oder konzeptionell bestimmten Kunstformen verbunden sind. Bei aller bewussten Konzentration auf die individuelle Höchstleistung im Einzelwerk ausgesuchter Künstler kamen im Laufe der Jahre auch kleinere und mittlere Werkensembles zusammen, mit denen einigen herausragenden Künstlern größerer Raum in der Sammlung eingeräumt wird. Eines der besonderen Sammlungsblöcke ist deshalb auch die sogenannte "Edition MAT", eine von Daniel Spoerri und Karl Gerstner herausgegebene Künstleredition von kooperierenden Künstlern.